Jules-Léger Prize 2014

Au fond du cloître humide

Ein Dialog mit einem großartigen Pianisten der Vergangenheit
Premiere

Anne Thompson, Flöten 
Max Christie, Klarinetten 
Carol Lynn Fujino, Geige 
Paul Widner, Cello 
Gregory Oh, Klavier 
Ryan Scott, Schlagzeug 
Brian Current, Dirigat

„Das Werk ist herausragend in seiner zeitgenössischen Behandlung musikalischen Materials. Dies zeigt sich unter anderem in der Verwendung von Musikzitaten und indem die gesamte Bandbreite des Ensembles erkundet wird. Das Werk balanciert mithilfe des ausgefeilten Sinn des Komponisten für Tempo, Zeit und Form gekonnt zwischen Vertrautem und Unvertrautem, indem mit Blick auf die Vergangenheit der zugrundeliegenden musikalischen Dialog fortlaufend kontextualisiert wird.“
Allison Cameron, André Hamel, Jocelyn Victoria Morlock : Jury des Jules-Léger Prize 2014

Die Komposition verwendet Musikzitate um sich zwischen eindeutigen, subtilen und versteckten Repräsentationen von melodischem und harmonischem Material aus dem Klavierwerk Frédéric Chopins zu bewegen. Dies stellt, vor allem für Liebhaber und Akademiker, spielerisch einen Bezugspunkt zum ihnen vertrauten Werk Chopins her. Zugleich ist der Gebrauch von Musikzitaten in Tidrows Komposition auch unerwartet und erweckt somit herausfordernd die besondere Aufmerksamkeit und Neugierde des Publikums.

Wie der Komponist selbst anmerkt, ist das Stück „eine Spielwiese zwischen zwei musikalischen Welten: einer klaviergeleiteten Welt mit Bezug auf die Musik der Vergangenheit einerseits und andererseits einer Welt mit dem Schlagwerk in der Hauptrolle, die dominiert ist von tonlosen Klängen wie Bürsten, Schrubben, Kratzen und Hüpfen.“ Streich- und Blasinstrumente sind währenddessen hin- und hergerissen zwischen einer Welt der Romantik und einer Welt absoluten Lärms und werden dadurch zu den ultimativen Opfern dieses musikalischen Tauziehens“

UA: Continuum, cond. Brian Current, Toronto
2014
Fl, Cl, Vln, Vlc, Sz, Klav
18 Min